WordPress vs. Typo3 vs. Drupal

Der große CMS Vergleich der beliebtesten Systeme

Spieglein Spieglein an der Wand, welches ist das beliebteste CMS im ganzen Land? Nachdem wir im vorigen Artikel die Funktionsweise, Vor- und Nachteile sowie Arten von CMS beleuchtet haben, widmen wir uns nun den beliebtesten CMS und machen den großen CMS Vergleich. Eines ist klar: Open Source Systeme fĂŒhren hier den Markt klar an.

Je nach Land bzw. Region gibt es natĂŒrlich unterschiedliche Nutzungszahlen. So ist z. B. die Reihung der beliebtesten Systeme in Amerika anders, als in Europa. Wir haben uns fĂŒr unsere Reihung und Vergleich daher die beliebtesten Systeme in Österreich und Deutschland angesehen. Die Daten basieren auf dem Dienst „builtwith“ (builtwith.com).

Der klare Sieger

Bei dem CMS Vergleich war eines schnell klar. Sowohl in Österreich als auch Deutschland gibt es einen klaren Sieger. WordPress ist mit einem Marktanteil 19% bzw. 18% klarer Sieger. Auf Platz 2 kommt das beliebte Typo3 mit 13% bzw. 17% und auf Platz 3 Drupal mit 2,6% bzw. 3,5%. International gesehen sieht die Sache beim CMS Vergleich Ă€hnlich aus – hier hat WordPress einen Marktanteil von 21% in den Top 1 Million Websites.

Vergleiche von CMS Systemen

WordPress

Die Nutzungszahlen

WordPress ist das weltweit verbreitetste System. WordPress kommt international gesehen in den Top 1 Million Websitesauf einen Marktanteil von 21%. Ähnlich ist es in Österreich und Deutschland. In Österreich kommt WordPress auf einen Marktanteil von 19%, in Deutschland auf 18%.

Beschreibung des CMS

WordPress ist eines der beliebtesten Blog und CMS Systeme im Web und besticht durch seine aktive Community, sowie die große Anzahl an verfĂŒgbaren Plugins.

UrsprĂŒnglich als Blogsystem konzipiert, stehen fĂŒr die Grundinstallation inzwischen diverse Erweiterungen zur VerfĂŒgung, die es ermöglichen, die Software zu einem voll funktionsfĂ€higen Content-Management-System aufzurĂŒsten.

Zudem bietet sich die Möglichkeit, das System ganz individuell zu erweitern und den eigenen BedĂŒrfnissen anzupassen. Von Kontaktformularen, ĂŒber Foren bis hin zu einem eigenen Social Network stehen Ihnen alle Möglichkeiten offen.

Vorteile und Nachteile - CMS Vergleich - WordPress

Vorteile von WordPress

  • Mit 54.450 Plugins gibt es eine riesige Menge an kostenlosen und kostenpflichtigen Erweiterungen fĂŒr den verschiedensten Bedarf.
  • Ebenso gibt es eine große Anzahl an fertigen „Themes“ – Themes sind Designvorlagen fĂŒr die Website, welche man kaufen und installieren kann. Dadurch kann der Design- aber auch der Umsetzungsaufwand stark reduziert werden.
  • Durch seine Beliebtheit gibt es sehr viele Anbieter, die eine WordPress Seite einrichten, betreuen oder weiterentwickeln können.
  • Ebenso ist das System bei vielen Usern bekannt – die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Mitarbeiter das System bereits kennen und verwenden können, sind hier am höchsten.
  • Die BenutzeroberflĂ€che fĂŒr die Verwaltung der Website ist ĂŒbersichtlich und intuitiv.
  • Die Beliebtheit aber auch die große Community macht das System zu einer zukunftssicheren Wahl.

Nachteile von WordPress

  • Aufgrund seiner Verbreitung ist WordPress ein beliebtes Ziel fĂŒr Hackerangriffe. Das hat zur Folge, dass Nutzer ihre Installation relativ hĂ€ufig mit Sicherheitsupdates auf den neusten Stand bringen mĂŒssen.
  • EingeschrĂ€nkte StabilitĂ€t und Performance bei hohem Traffic.
  • Eher nicht fĂŒr komplexere oder grĂ¶ĂŸere Websites geeignet.

Fazit

Durch den geringen Einrichtungsaufwand der Basis-Installation eignet sich WordPress gut fĂŒr kleine und einfach strukturierte Websites. Speziell Bloggern, die ihren Besuchern hĂ€ufig wechselnde Inhalte in ansprechenden Layouts zur VerfĂŒgung stellen möchten, steht mit WordPress ein effektives CMS mit intuitiv nutzbarer WeboberflĂ€che zur VerfĂŒgung.

Mit zunehmender KomplexitÀt des eigenen Online-Projekts nimmt die Benutzerfreundlichkeit der Software jedoch deutlich ab. Zwar lassen sich prinzipiell auch umfangreiche Enterprise-Projekte realisieren, in solch einem Fall geht das Mehr an Funktionen jedoch zwangslÀufig mit einem zunehmenden Administrationsaufwand einher.

Wird ein stabiler Webseitenbetrieb angestrebt, stellt WordPress bei wachsendem Besucheraufkommen ver-gleichsweise hohe Anforderungen an den Server. Anwender, die komplexe Multi-Domain-Projekte mit mehrsprachiger Ausrichtung anstreben, sollten statt WordPress lieber ein CMS wie TYPO3 ins Visier nehmen.

Typo3CMY Vergleich - TYPO3

Die Nutzungszahlen

Auf Platz #2 folgt Typo3, welches in Deutschland auf 13% und in Österreich auf 17% Marktanteil kommt. In den Top 1 Million Websites weltweit spielt Typo3 jedoch mit 0,63% nur eine kleine Rolle.

Beschreibung des Content Management Systems

Das Software-Projekt versteht sich als Enterprise-Management-System und wird von einem versierten Entwicklerteam kontinuierlich vorangetrieben und technisch auf dem neuesten Stand gehalten. Typo3 ist sehr gut fĂŒr Unternehmen und große Webseiten geeignet. Mit seiner hohen Sicherheit, dem stabilen Kern, einer skalierbaren Architektur und ausgezeichneter Erweiterbarkeit, bietet Ihnen Typo3 eine zukunftssichere Plattform fĂŒr Ihre Projekte.

Neben Funktionen, wie einem umfangreichen Berechti-gungssystem und durchgehend Template-basierter Seiten-erstellung, werden zudem auch mehrsprachige Inhalte sowie die Versionskontrolle aller Veröffentlichungen berĂŒcksichtigt.

Weite Verbreitung findet TYPO3 vor allem im deutsch-sprachigen Raum, wo das CMS als Paradelösung fĂŒr große Unternehmens-Websites und Portale gilt.

Vorteile von TYPO3

  • Sehr gut fĂŒr große Websites geeignet
  • Umfangreiches Berechtigungssystem
  • Hohe Sicherheit
  • Schnittstellen zu klassischen Business Anwendungen  (CRM / ERP Systeme)

Nachteile von TYPO3

  • Im Vergleich zu WordPress gibt es wesentlich weniger fertige Erweiterungen
  • FĂŒr kleinere Unternehmenswebsites durch seine KomplexitĂ€t eher weniger geeignet (schlechtes Kosten-/ NutzenverhĂ€ltnis)
  • Deutlich weniger Entwickler bzw. muss man mit entsprechend höheren StundensĂ€tzen rechnen
  • Höhere Einarbeitungszeit nötig

TYPO3 Fazit

Fazit

Ein professioneller Einsatz des leistungsstarken CMS erfordert Fachkenntnisse und eine entsprechende Umsetzung durch einen spezialisierten Anbieter. Grob geschĂ€tzt werden bei kleineren oder einfachen Websites die Kosten einer Typo3 Website im Vergleich zu einer WordPress Website ca. 50-100% höher sein, wodurch es sich dafĂŒr oft eher nicht eignet. Im Vergleich zu WordPress benötigt Typo3 eine lĂ€ngere Einarbeitungszeit und einen vergleichsweise hohen Administrationsaufwand.

Bei grĂ¶ĂŸeren Websites sowie beim Aspekt der Sicherheit punktet Typo3 jedoch mit seiner StabilitĂ€t und seinem großen Funktionsumfang. Dieser gewĂ€hrleistet z. B. eine professionelle Rechteverwaltung auf Enterprise-Niveau und bietet Schnittstellen zu klassischen Business-Anwendungen wie CRM- und ERP-Systemen.

Unterm Strich sind Betreiber von kleineren Websites mit einer modular aufgebauten Software mit schlanker Grundinstallation wie WordPress in der Regel besser bedient. FĂŒr komplexe Projekte, die von erfahrenen IT-Fachleuten begleitet werden, bildet TYPO3 hingegen die optimale Grundlage.

Drupal

Nutzungszahlen von Drupal

Mit 2,6% in Deutschland und 3,5% in Österreich ist Drupal im Vergleich zu Typo3 und WordPress ein Exot. International gesehen kommt Drupal in den Top 1 Million Websites auf Platz 2 – jedoch auch hier nur mit einem betrĂ€chtlichen RĂŒckstand zur #1 WordPress.

Beschreibung des CMS

Das modulare CMS Drupal wurde ursprĂŒnglich als studentische Community-Lösung entwickelt, steht der Internetgemeinde heute jedoch als vollwertiges Open-Source-CMS zur VerfĂŒgung. Die Software kommt mit einer extrem schlanken Grundinstallation daher, die sich durch Module umfangreich erweitern lĂ€sst. Auch heute liegen die StĂ€rken des Projekts im Community-Bereich. Bereits das Basis-Modul stellt zahlreiche Web-2.0- und Community-Funktionen wie Weblogs, Foren und Tag-Clouds bereit.

Verwendung von Drupal

Vorteile von Drupal

  • Kompakter Software-Kern
  • Durchdachte Benutzerverwaltung
  • Viele Funktionen, vor allem im Community Bereich (Blogs, Foren…)
  • Entwicklerfreundlich

Nachteile von Drupal

  • Aufwendige Konfiguration durch mangelnde AbwĂ€rtskompatibilitĂ€t
  • Schlanke Grundversion erfordert viele Nachinstallationen
  • EingeschrĂ€nkte Benutzerfreundlichkeit

Fazit

Seine StĂ€rken liegen vor allem in den Community Funktionen, wie etwa Blogs und Foren. Zudem kommt es mit allen grundlegenden Content Management Funktionen und bietet eine sichere und erweiterbare Grundlage fĂŒr Ihre Webseite.

Mit seinen stark ausgeprÀgten Community Features bietet Ihnen Drupal die ideale Plattform, um Ihre eigene Community zu betreuen und gemeinsam an Projekten oder Blogs zu arbeiten. Mit dem bereits enthaltenen Rechte- und Rollen-System, fÀllt Ihnen die Inhalts- sowie die Benutzerverwaltung leicht.

Obwohl es in unserem Vergleich auf Platz 3 landet, ist es im Vergleich zu Typo3 und WordPress ein Exot – entsprechend wenige Agenturen bzw. Entwickler gibt es, welche Ihr Projekt umsetzen und betreuen können.

Abschließende Zusammenfassung vom CMS Vergleich

In den allermeisten FĂ€llen macht heutzutage die Umsetzung der Website mit einem CMS durchaus Sinn. Bei der Wahl des CMS sollte zuerst ĂŒberlegt werden, welche Anforderungen an Funktion und Umfang an die Website unmittelbar aber auch in Zukunft gestellt werden.

Sofern es sich um eine typische Unternehmenswebsite mit ĂŒberschaubaren Inhalten handelt, ist WordPress sicherlich eine gute Wahl und bietet das beste Kosten-/NutzenverhĂ€ltnis. Ist das Projekt jedoch aufgrund von Funktionen oder inhaltlichem Umfang grĂ¶ĂŸer oder spielt Sicherheit und StabilitĂ€t eine große Rolle, sollte Typo3 in Betracht gezogen werden.

Oftmals werden aufgrund der großen Bekanntheit von WordPress auch große Projekte damit umgesetzt – hier stĂ¶ĂŸt das System dann jedoch bald an seine Grenzen.

Um den Anforderungen gerecht zu werden, wird das System durch viele Plugins sowie auch Individualentwicklungen stark aufgeblÀht, wodurch die Sicherheit, StabilitÀt aber auch die Benutzerfreundlichkeit stark leiden.

Somit gilt: Die korrekte Herangehensweise besteht darin, einen Anforderungskatalog zu erstellen und danach auszuwerten, welches System diesen am besten gerecht wird.

Benötigen Sie Hilfe und Beratung bei der Umsetzung Ihres CMS Systems? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.