Der Styleguide: Wie präsentiert sich Ihr Unternehmen?

Das gelbe M erinnert an McDonald’s, beim Häkchen denkt man automatisch an Nike. Diese Erkennungsmerkmale werden sofort mit einer bestimmten Marke assoziiert. Warum das so ist? Erfolgreiche Unternehmen schaffen einheitliche Markenauftritte hinter denen konkrete Konzepte stecken. Diese Konzepte finden sich im Styleguide wieder, welcher die Vorgaben für das Erscheinungsbild Ihrer Marke festlegt. Was ein Styleguide genau ist und wie er erstellt wird, erklären wir in diesem Artikel!

Was ist ein Styleguide überhaupt?

Ganz simpel gesagt: Ein Styleguide ist ein Dokument, welches festhält, wie sich ein Unternehmen nach außen hin präsentiert.

Aber eigentlich ist er viel mehr als nur das. Ein Styleguide dient vor allem der Orientierung und zwar für jene Personen, die für Ihr Unternehmen bzw. Ihre Marke Content erstellen. Für Ihre Mitarbeiter, egal ob im Marketing, Verkauf oder Kundenservice tätig, wird klar nach welchen Vorgaben Inhalte kreiert werden sollen. Damit nach außen hin, also vor allem Ihren Kunden gegenüber, ein einheitliches Bild präsentiert wird, sollte so ein Styleguide definiert werden.

Dieses Dokument liefert somit wichtige Informationen, um Ihrer Marke Beständigkeit zu geben. Nicht ohne Grund wird der Syleguide auch als „Brand Guideline“ verstanden.

In ihm sollten alle erarbeiteten Branding Maßnahmen und Richtlinien festgehalten sein.

Der Nutzen eines Styleguides

Ein einheitlicher Markenauftritt ist das A und O, um die Markenwiedererkennung zu gewährleisten. Diese spielt eine wichtige Rolle, wenn es um Ihren allgemeinen Unternehmenserfolg geht. Es gilt sich in den Köpfen der Kunden zu verankern!

Durch den Styleguide können Sie zudem Vertrauen und ein authentisches Markenimage beim Kunden aufbauen. Es hilft dabei ein klares Bild Ihrer Marke zu entwickeln.

Wenn Sie nicht darauf achten würden, dass Ihre Marke stets ein einheitliches Profil behält, werden Ihre Kunden schnell verwirrt sein und Ihre Marke wirkt allgemein nicht seriös. Da dies natürlich vermieden werden sollte, können Sie alle Details Ihres Auftritts in dem Styleguide festhalten.

Frau beim Einkaufen

Was sollte im Styleguide definiert sein?

Bevor Sie nun alles niederschreiben, sollten Sie zuerst eine klare Vorstellung von Ihrer Marke haben. Natürlich ergeben sich manche Punkte erst bei genauerem Überlegen und im Zuge des Erarbeiten. Allerdings kann ein grobes Bild den Prozess erheblich erleichtern.

1. Marken Grundlagen

Elevator Pitch

Der Elevator Pitch soll in 1-2 Sätzen schlüssig erklären können, was Sie als Unternehmen leisten. Vor allem für potenzielle Kunden ist diese Botschaft besonders wichtig und kann über deren Markenpräferenz entscheiden. Ergänzend sollte dann der Mehrwert hinzugefügt werden, um den Pitch auf all Ihren Kanälen zu kommunizieren.

So könnte ein Elevator Pitch aufgebaut werden:

Wir helfen [Zielgruppe], mit [Produkt/Plan] [Problem] zu lösen, damit diese [Erfolg] ohne dabei [Niederlage].

Unternehmens Geschichte/Story

Person bedient Schreibmaschine

Ihre Markengeschichte ist es Wert erzählt zu werden. Sie hilft den Kunden zu verstehen, was Ihre Intention ist und gibt tiefe Einblicke in Ihr Unternehmen.

Marketing Grundlagen

Zu den Marketing Grundlagen zählen z. B. Ihre Mission und Vision sowie Wertversprechen und Werte allgemein. Wofür steht Ihre Marke eigentlich? Diese und ähnliche Fragen sollten Sie sich an diesem Punkt stellen. So können Sie auch gegenüber Ihren Kunden ausdrücken, wie Sie deren Leben verbessern und erleichtern können.

2. Logo

Das Logo ist das Gesicht Ihrer Marke und essenziell für die Markenwiedererkennung. Damit dieses also möglichst einzigartig und unverwechselbar ist, sollte es gut überlegt und definiert werden.

Im Styleguide wird nicht nur festgehalten wie das Logo aussieht, sondern auch wie groß es z.B. auf Drucksorten dargestellt wird oder welche verschiedenen Variationen es gibt. Überlegen Sie sich, wo und auf welchem Hintergrund das Logo stets platziert wird. Gibt es ergänzende Sprüche (Taglines) unter dem Logo? Wenn ja, wann werden diese verwendet und wann nicht?

Oftmals werden sogenannte Dos und Don’ts angeführt, um genaue und hilfreiche Erklärungen zu vermitteln.

3. Farbpalette

Farben vermitteln mehr als auf den ersten Blick erscheinen mag. Die Psychologie dahinter ist äußerst interessant und auch Grund dafür, warum es immer wieder Streit um die Nutzung von bestimmten Farbcodes gibt.

Hinterfragen Sie konkret, welche Farbe(n) zu Ihrer Marke passt/passen und warum. Es gibt eine oder mehrere Hauptfarben, die immerzu mit Ihrer Marke in Verbindung gebracht werden sowie Nebenfarben, welche die Hauptfarbe(n) komplimentieren.

Im Styleguide werden die Farbcodes aufgelistet. Hierzu geben Sie RGB-Farben inklusive Hex-Werte mit Rautensymbol für digitale Zwecke an. Für den Druck wird das CMYK und Pantone Farbmodell verwendet.

Guter TIpp: Holen Sie sich zuerst Inspirationen in Form von Moodboards! So bekommen Sie einen besseren Eindruck davon, wie die Bildgestaltung aussehen kann.

4. Typografie

Weiters müssen Schriftarten im Styleguide definiert werden. In der Regel wird eine Hauptschrift gewählt. Sie können unterschiedliche Schriftarten für Überschriften und Fließtext verwenden, um das Design aufzulockern.

Es sollte begründet werden, warum genaue diese Schrift Ihre Marke ergänzen sollte. Wichtig ist, dass Sie zum Logo passt und gut lesbar ist. Von verschnörkelten Schriften für den Textbereich wird eher abgeraten. Zudem sollten Abstände definiert werden. Schließlich sollte sich dieses Schema bei allen textbasierten Produkten, egal ob Drucksorten oder Website, wiederfinden.

Lettering auf Papier

5. Stilelemente

Stilelemente, wie etwa aus dem Logo oder sonstige Muster, die sich wiederholen, werden ebenso im Styleguide erfasst. Beispielsweise können Sie Icons auf Ihrer Website oder in Prospekten, Flyers etc. einbeziehen, welche eine nette Abwechslung zu reinem Text sind. Auch Stilelemente auf Drucksorten sollen hier angeführt werden.

Wichtig ist, dass immer angeführt wird, wo sich diese Stilelemente schließlich auch befinden. Diese sollten nämlich nicht wahllos verwendet werden, sondern immer in der selben Ausführung auf Briefpapier,  Visitenkarten etc. dargestellt werden, um Stimmigkeit zu erzeugen.

6. Bilder

Bilder sollten in erster Linie immer zum definierten Branding Konzept der Marke passen. Nur weil ein Bild schön aussieht, heißt das noch lange nicht, dass man es auch unbedingt verwenden sollte. Da es um Ihre Marke geht, wissen Sie am besten welche Bilder zum Gesamteindruck passen.

Überlegen Sie sich, welche Eigenschaften assoziiert und welche Stimmung in den Bildern erzeugt werden sollen. Wie sollen sich Ihre Kunden fühlen, wenn sie die Grafiken und Fotos betrachten? Achten Sie stark auf die Bildsprache und was dabei zu beachten ist.

Letztlich gilt es zu entscheiden, wie der Bildstil definiert wird. Warm, kalt oder doch eher schwarz-weiß? Auch dies muss bedacht und im Styleguide angeführt werden. Sonst können starke Unstimmigkeiten entstehen.

7. Stimme

Unterschätzen Sie nicht welchen Einfluss Text hat. Passt die Markenstimme so gar nicht zum restlichen Gesamtbild der Marke, werden Sie schnell unglaubwürdig und unseriös wirken.

Definieren Sie also Charakteristika, die der Markenstimme zugeschrieben werden. Wenn Sie dabei das große Ganze im Hinterkopf behalten, wird dieser Schritt nicht schwer fallen. Dabei können Sie entscheiden, ob Sie z.B. sachlich und nüchtern oder auch lustig und erfrischend kommunizieren.

Dabei spiegelt sich die Markenpersönlichkeit in der Tonalität wider, sprich es wird eine bestimmte Stimmung erzeugt, welche von der Zielgruppe klar gespürt werden soll.

Auch gewisse Wörter können im Styleguide festgehalten werden, welche sich in der Kommunikation immer wieder finden sollen. Genauso können Begriffe aufgelistet werden, auf die gänzlich verzichtet werden soll.

8. Geschäftsdrucksorten

Im Styleguide werden zudem Ihre Geschäftsdrucksorten veranschaulicht. Diese umfassen meist:

  • Briefpapier
  • Visitenkarten
  • Kuverts
  • Signaturen

9. Werbedrucksorten

Drucksorten welche für Werbezwecke genutzt werden, können ebenso im Styleguide angeführt werden:

  • Firmenfolder
  • Flyer
  • Inserate
  • Plakate
  • und vieles mehr…

10. Website

Person arbeitet auf Laptop

Ihre Website ist das Aushängeschild Ihres Unternehmens. Diese kann im Styleguide hinzugefügt werden, mit Anmerkungen, was auf ihr getan bzw. nicht getan werden darf.

Die Dos und Don’ts sind deshalb so wichtig, weil Ihren Kunden bestmögliche Professionalität und Qualität präsentiert werden soll. Tanzt die Website etwas aus der Reihe oder vermittelt gar einen vollkommen verwirrenden Eindruck, werden potenzielle Kunden möglicherweise auf die Konkurrenz ausweichen.

Des Weiteren können Sie festhalten, wie Produkte dargestellt werden sollen. Beachten Sie, dass die Darstellung immer dieselbe ist, um Kunden nicht zu verwirren.

11. Social Media

Ergänzend können Sie Social Media als letzten Punkt anführen. Die Wahl der Profil- und Titelbilder ist hier unter anderem wesentlich. Ein Titelbild, welches Katzen darstellt ist zwar süß, aber vermutlich wenig sinnvoll.

Die Gestaltung bzw. der Stil Ihrer Social Media Posts ist ein weiterer Unterpunkt im Styleguide. Ratsam ist die Erstellung einer oder mehrerer Vorlagen, welche sich ständig wiederholen, um ein schönes und konsistentes Gesamtbild auf Ihrer Seite zu erzielen.

Fazit: Consistency is key! Erfolgreiche Marken haben eines gemeinsam: Einen klaren und konsistenten Markenauftritt. Was aufwendig und kompliziert klingt, kann einfach entwickelt und festgehalten werden und zwar  durch den sogenannten Styleguide. In diesem Artikel haben Sie erfahren, welche Punkte dabei ausgearbeitet werden sollten. So können Sie sich auch in Zukunft immer an diesem Konzept orientieren und neue Mitarbeiter oder Dienstleister schnell einarbeiten.

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