Mit klarer Employer Branding Strategie zum Mitarbeitermagneten

Mit zunehmendem Fachkräftemangel gewinnt auch das Thema Mitarbeiter-Suche immer mehr an Bedeutung im Marketing. Denn der Spieß hat sich schon längst umgedreht: Während es früher hieß, Arbeitsuchende müssen sich bei Unternehmen bewerben, ist es heutzutage zweifellos andersrum. Im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter müssen Betriebe harte Geschütze auffahren. Aber wo soll man überhaupt anfangen? Karriereseite erstellen? Stellenanzeigen auf Social Media schalten?

Post Author: Clemens Graf

Verfasst von: Clemens Graf

Lesezeit: ca. 12 min

Händeschütteln

Eine Sache ist jedenfalls glasklar – ohne Strategie kein Erfolg. Und genau dieser Herausforderung beziehungsweise spannenden Thematik stellen wir uns in diesem Artikel. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Employer Branding Strategie entwickeln, um nachhaltig in diesen Megatrend zu investieren und Mitarbeiter effektiv und vor allem kostengünstig zu gewinnen.

Employer Branding Definition

Falls Sie zu einem der wenigen Unternehmen gehören, die mit Fachkräftemangel überhaupt noch keine Probleme hatten, möchten wir Sie an dieser Stelle beglückwünschen!

Die Realität sieht jedoch ein wenig anders aus. Viele Betriebe, egal ob Groß- oder Kleinunternehmen beklagen seit einiger Zeit, dass es immer schwieriger wird, die passenden Kandidaten zu finden.

Grund dafür ist der demografische Wandel in unserer Gesellschaft. Vertreter der Generation „Baby Boomer“ gehen nach und nach in den Ruhestand. Dies betrifft eine sehr große Bevölkerungsgruppe, die am Arbeitsmarkt wegfallen wird. Gleichzeitig ist der Anteil der jungen Bevölkerung rückläufig, was bedeutet, dass immer weniger Arbeitskräfte nachrücken.

Diese Tatsache stellt Unternehmen vor eine große Herausforderung. Wie kann man die wenigen Arbeitnehmer, die zur Verfügung stehen, für sich gewinnen?

Die Antwortet lautet Employer Branding! Dabei handelt es sich um eine Strategie zur Verknüpfung von Marketing und der Human Resources Abteilung. Ziel ist es, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und so zukünftige Mitarbeiter anzusprechen. Ein ganzheitliches Konzept hilft dabei, langfristig zu planen, um jederzeit offene Stellen besetzen zu können. So können erst gar keine Lücken im Arbeitsprozess entstehen.

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Ziele des Employer Brandings

In erster Linie verfolgt Employer Branding das Ziel, eine starke Arbeitgebermarke aufzubauen, um passende Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen. Dabei bietet es eine effektive Unterstützung für die HR-Abteilung. Mithilfe der richtigen Strategie können Kosten im Recruiting-Prozess reduziert und allgemein eine höhere Qualität der Bewerbungen erreicht werden.

Ein weiteres Employer Branding Ziel ist die Bindung von bestehenden Mitarbeitern. Durch gezielte Maßnahmen kann deren Produktivität sowie Effektivität gesteigert werden, während gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit einen wichtigen Stellenwert im Unternehmen einnimmt.

In 10 Schritten zur Employer Branding Strategie

Sehen wir uns also an, wie man Schritt für Schritt eine Strategie für das Employer Branding erarbeitet. Dies ist wichtig, damit man als Unternehmen nachhaltig an der Gewinnung neuer Mitarbeiter arbeitet.

Indem der Aufwand für das Einstellen von Team-Mitgliedern mit der Zeit sinkt, wird das Thema gewissermaßen zu einem Selbstläufer. Letztlich können Sie bei Personal-Mangel auf einen Pool an Bewerbern zurückgreifen, anstatt mühselig und langwierig nach Ersatz suchen zu müssen.

Schritte im Employer Branding

1. Analyse des Ist-Zustandes

Interessant zu sehen ist, wie man aktuell im Bereich Employer Branding aufgestellt ist. Erfassen Sie hierfür den Status Quo hinsichtlich Unternehmenskultur, Kommunikation, Bewerbungsprozess, Stellenausschreibungen und allem, was der Recruiting-Prozess umfasst.

Versuchen Sie für sich folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie setzt sich die aktuelle Arbeitgebermarke zusammen?
  • Wie bekannt ist das Unternehmen bei den Ziel-Kandidaten?
  • Welches Image hat das Unternehmen bei der Zielgruppe?
  • Welche Maßnahmen wurden bis dato umgesetzt und wie erfolgreich waren diese?

2. Recruiting-Ziele festlegen

Im nächsten Schritt gilt es, Ziele für das Recruiting festzulegen. Dass man an der Mitarbeitergewinnung arbeiten will, ist klar. Jedoch ist diese Aussage noch zu vage definiert. Ziele sollten allgemein immer SMART formuliert werden.

Zu Erinnerung: SMART ist eine Abkürzung und steht für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Ziele im Marketing sollten immer nach diesen Kriterien formuliert werden, damit sie tatsächlich erreicht und gemessen werden können.

  1. Spezifisch: Wie bereits erwähnt, ist das Ziel „Mehr Bewerbungen erhalten“ nicht eindeutig genug. Viel wichtiger ist, was genau erreicht werden soll und warum die Zielerreichung notwendig ist.
  2. Messbar: Ob ein Erfolg erzielt wurde, können letztlich nur messbare Metriken belegen. Legen Sie also anhand von Kennzahlen fest, wie das positive Endergebnis aussehen soll.
  3. Attraktiv: Wurde das Ziel passend zum aktuellen Ist-Stand gewählt? Nur, wenn die entsprechende Motivation dahinter steht, kann das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden.
  4. Realistisch: Die Recruiting-Ziele sollen ambitioniert sein, aber nicht unrealistisch. Wenn Sie beispielsweise gar nicht die Kapazitäten besitzen, um in nächster Zeit 20 neue Mitarbeiter einzustellen, dann sollte das auch nicht Ihre Priorität sein.
  5. Terminiert: Ein konkreter Zeitraum hilft, am Erfolg zu arbeiten. Ohne Deadline erhält das Ziel nicht die notwendige Aufmerksamkeit im Unternehmen und rückt im Tagesgeschäft immer weiter in den Hintergrund.

Ein smartes Ziel könnte also wie folgt lauten: Im aktuellen Jahr werden 5 neue Junior-Stellen in der Abteilung XY besetzt, um die Führungsebene zu entlasten und die Produktivität im Unternehmen um 15 % zu steigern.

3. Unternehmenswerte festhalten

Eine immer größere Bedeutung genießen die Werte eines Unternehmens im Bewerbungsprozess. Mitarbeiter wollen sich vor allem mit der Unternehmenskultur identifizieren und suchen daher einen Arbeitgeber, der zur eigenen Person passt.

Jedes Unternehmen definiert sich über bestimmte Werte, die sich im täglichen Handeln widerspiegeln. Nicht immer werden diese auch tatsächlich schriftlich festgehalten. Doch es ist wichtig dies zu tun, da der Kultur nur Leben eingehaucht wird, wenn eine klare Definition und Kommunikation der Unternehmensidentität besteht.

4. Employer Value Proposition definieren

Die Employer Value Proposition geht mit den zuvor definierten Unternehmenswerten Hand in Hand. Dabei handelt es sich sozusagen um das Arbeitgeberversprechen an zukünftige Mitarbeiter. Damit unterstreicht ein Unternehmen die Argumente, die für den Arbeitsplatz sprechen.

Für die Erarbeitung der EVP bieten sich folgende Fragen an:

  • Was zeichnet Sie als Arbeitgeber aus?
  • Wie grenzen Sie sich vom Mitbewerb ab?
  • Welche langfristige Vision hält sich das Team vor Augen?
  • Wie muss die Kommunikation aussehen, um die Zielgruppe zu erreichen?

5. Candidate Persona erstellen

Unternehmen bestimmen üblicherweise eine Buyer Persona für Ihre Marketing- und Verkaufsaktivitäten, um die Maßnahmen auf diesen fiktiven Käufer zuzuschneidern.

In ähnlicher Art und Weise sollte das auch in der HR passieren. Die sogenannte Candidate Persona dient als Hilfestellung für das Personalmarketing. Der ideale Wunsch-Kandidat wird anhand von demografischen und psychografischen Merkmalen beschrieben und dient somit als Stellvertreter für Ihre Zielgruppe an potenziellen Mitarbeitern.

6. Karriereseite umsetzen

Wenn Klarheit über Ist-Zustand, Ziele, Werte, Employer Value Proposition und Wunsch-Kandidaten besteht, liegt es an Ihnen, das gewonnene Wissen in die Praxis zu übertragen.

In der Regel beginnt man damit, die optimale Karriereseite umzusetzen. Unterschätzen Sie diesen wichtigen Berührungspunkt in der Journey des Bewerbers nicht. Sobald Sie die Aufmerksamkeit der Zielgruppe gefangen haben, wird sich diese auf der Karriereseite zu Stellenbeschreibungen informieren.

Idealerweise bekommt der Besucher einen guten ersten Eindruck von seinem zukünftigen Arbeitsplatz. Mit Mitarbeiter-Benefits, Karrieremöglichkeiten und Bildern vom Team machen Sie potenzielle Mitarbeiter neugierig auf Ihr Unternehmen.

7. Stellenausschreibungen überarbeiten

Eine 0815 Stellenbeschreibungen wird nicht diejenigen Personen anziehen, die Sie sich als Ergänzung für Ihr Team wünschen. Die bereits definierten Unternehmenswerte sollten sich auch in den Inseraten widerspiegeln.

Überzeugen Sie Ihre Zielgruppe auf kreative Art und Weise. Bewerber klicken sich auf der Suche nach dem passenden Job durch Hunderte von Stellenausschreibungen. Wenn Sie aus der Menge herausstechen wollen, sollten Sie sich ein gutes Konzept überlegen. Wir versichern Ihnen, dass sich dadurch auch die Qualität der zugesandten Bewerbungen verbessern wird.

Denken Sie daran: Gewinnen Sie Wunsch-Kandidaten zuerst für sich und gehen Sie anschließend auf Anforderungen ein. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Welche Stelle wollen Sie besetzen?
  • Was sind Ihre Employer Value Propositions?
  • Welche Benefits bieten Sie Ihrem Team?
  • Wer ist Ihre Firma genau?
  • Welche Anforderungen stellen Sie an Kandidaten?
  • Wie sieht die Jobbeschreibung aus?

8. Candidate Experience optimieren

Unter dem Begriff Candidate Experience versteht man sämtliche Erfahrungen, die eine Person mit seinem potenziellen neuen Arbeitgeber während des Bewerbungsprozesses macht. Jeder Phase muss gezielt Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit der Bewerber nicht vorzeitig abspringt und von Anfang an das Gefühl bekommt, willkommen zu sein.

Wichtig ist an diesem Punkt vor allem, dass der Aufwand aufseiten der Kandidaten möglichst gering gehalten wird. Eine Vielzahl an Formularen, Motivationsschreiben, Lebensläufe etc. stellen unnötige Hürden im Bewerbungsprozess dar und wirken insbesondere für die junge Zielgruppe abschreckend.

Stattdessen gibt es zeitgemäßere Maßnahmen im Recruiting Funnel, die sowohl für Bewerber als auch Unternehmen einen größeren Mehrwert bieten.

9. Content Strategie entwickeln

Die Basis für einen unkomplizierten Bewerbungsprozess ist also gelegt. Aber wie erreichen Sie Ihre zukünftigen Mitarbeiter überhaupt?

Jetzt kommt es auf ein gutes Zusammenspiel zwischen HR und Marketing an. Denn mit der richtigen Content Strategie kommen Sie mit potenziellen Bewerbern deutlich schneller und effizienter in Kontakt.

Die meisten Ihrer Marketing-Kanäle eignen sich ideal dafür, um in das Thema Employer Branding zu investieren. Beispielsweise sollten die Sozialen Medien für das Teilen von spannenden Unternehmens-News, Team-Events und Mitarbeiter-Benefits genutzt werden.

Der Großteil der Arbeitsuchenden informiert sich auf diesem Weg über einen Arbeitsplatz. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Social Media Auftritt einen guten Eindruck hinterlässt und das Interesse an der Stelle dadurch vertieft wird.

Des Weiteren können Ihre Newsletter dazu genutzt werden, Jobangebote zu kommunizieren sowie Infos zum Unternehmen weiterzugeben. Man kann nie wissen, ob die Empfänger sich nicht selbst bewerben könnten oder wiederum jemanden kennen, der zu Ihnen passt.

Überlegen Sie sich, welche Kanäle Sie bespielen wollen, welche Inhalte notwendig sind und wie bestehende Mitarbeiter zum Employer Branding beitragen können, indem Sie als Corporate Influencer auftreten.

Guter Tipp: Mitarbeiter, die selbst gerne aktiv auf Social Media über die Arbeit berichten, eignen sich ideal als Marken- bzw. Unternehmensbotschafter und unterstützen damit das Reputationsmanagement.

10. Analysieren und optimieren

Man kann es gar nicht oft genug betonen: Ohne regelmäßiges Monitoring der Aktivitäten können keine Zusammenhänge festgestellt werden – sprich, die Ursache für den Erfolg oder Misserfolg wird nicht erhoben. Und wie sollen dann Optimierungen abgeleitet werden?

Deswegen sollten Sie im Vorfeld Kennzahlen definieren, die Sie in gewissen Zeitabständen analysieren. Dieser Vorgang macht es Ihnen wesentlich leichter, zu erkennen, welche Maßnahmen gut funktionieren, wo noch Optimierungspotenzial vorhanden ist und worauf die Zielgruppe gut anspricht.

Diese Erkenntnisse fließen wiederum in die Strategie-Erstellung ein. Dadurch stellt man sicher, stetig an der Weiterentwicklung zu arbeiten und sich auch bei einem zufriedenstellenden Ergebnis nicht auf den Lorbeeren auszuruhen.

Fazit

Ohne Strategie kein Erfolg. Beim Thema Employer Branding ist es besonders wichtig, mithilfe eines fundierten Konzepts vorzugehen. Schließlich treffen viele Teilbereiche des Marketings und Recruitings aufeinander und müssen dementsprechend optimal abgestimmt sein. So minimieren Sie nicht nur den Aufwand im Recruiting-Prozess, sondern können jederzeit neue Optimierungen ableiten und umsetzen, die den Erfolg im Employer Branding sicherstellen. Des Weiteren garantieren Sie mit der richtigen Strategie für nachhaltige Abläufe, hohe Effizienz und eine wesentliche bessere Qualität der Bewerbungen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Erstellung Ihrer Employer Branding Strategie!

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Veröffentlicht am 25. April 2023

, aktualisiert am 14. November 2023

Vorstellung: Clemens Graf

Clemens Graf

Clemens Graf ist Gründer & CEO der Werbeagentur inconcepts marketing Gmbh. Seit vielen Jahren ist er ebenfalls intensiv im Bereich online Marketing und Brand Building unterwegs und berät mit seinem Know-How sowohl nationale als auch internationale Unternehmen, um die Potenziale der digitalen Medien vollständig zu nutzen.

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