Page Speed: Website Ladezeit verbessern

Sie möchten das Maximum aus Ihrer Website herausholen, Besucher glücklich machen und ein besseres Suchmaschinenranking erzielen? In diesem Artikel erfahren Sie unsere Experten-Tipps, um die Ladezeit Ihrer Website zu optimieren. Dies ist enorm wichtig, da Website-Besucher sehr sensibel auf das Thema Ladezeit reagieren.

Bereits kleinste Verzögerungen wirken sich zudem negativ auf Ihr Suchmaschinenranking und letztlich auf die gesamte Performance Ihrer Website aus. Lesen Sie nachfolgend, warum Page Speed wichtig ist, welche Maßnahmen Sie vornehmen können, um die Website Ladezeit zu verbessern und wie Sie Ihre Ladezeit messen können.

Warum ist die Ladezeit wichtig?

Das Wort Ladezeit ist grundsätzlich selbsterklärend. Wenn ein User eine Website aufruft, dauert es eine gewisse Zeit, bis diese vollständig geladen ist.

Hierbei gibt es unterschiedliche Stufen:

  • Dauer bis zum ersten Feedback (die Seite wird geladen)
  • Dauer bis zum Interagieren (Eingaben von Nutzern können verarbeitet werden)
  • Dauer bis zur vollständigen Ansicht der Website (gesamter Content wird gezeigt)

Sehen wir uns im Folgenden an, warum die Ladezeit aus Besucher-Sicht überhaupt wichtig ist:

„40% der Besucher verlassen eine Website, die länger als 3 Sekunden zum Laden benötigt.“

Nun klingen drei Sekunden Website Ladezeit nicht unbedingt lang. Nicht vergessen darf man aber, dass eine Ladezeit sehr unterschiedlich ausfallen kann. Wird die Website im Büro mit ausgezeichneter Standleitung geladen, wird die Ladezeit weniger betragen, als bei einem Benutzer, der diese in der mobilen Version unterwegs aufruft. 

„1 Sekunde Verzögerung in der Ladezeit kann in bis zu 20% weniger Conversions resultieren.“

Diese Studie von Google besagt, dass durch verzögerte Ladezeiten wesentlich weniger Verkäufe, Leads, Anfragen etc. generiert werden. Insgesamt wirkt sich eine schlechte Ladezeit also auf die gesamte Website-Performance und somit auf Ihren Unternehmenserfolg aus.

„79% der User kaufen aufgrund schlechter Ladezeit mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit wieder von derselben Website.“

Besonders beim Online Shopping ist die User Experience ein sehr wichtiger Aspekt. Nicht nur die Produkte an sich, sondern auch das Einkaufserlebnis wird zur Bewertung herangezogen. Bei einer negativen Erfahrung aufgrund schlechter Ladezeit wird ein Käufer mit hoher Wahrscheinlichkeit beim nächsten Einkauf zur Konkurrenz ausweichen. Dadurch verlieren Sie viele potenzielle Stammkunden, die andernfalls gerne wieder bei Ihnen gekauft hätten.

„70% der Menschen sagen, dass die Geschwindigkeit einer Website beeinflusst, ob Sie bei einem Online-Händler kaufen.“

Die Website Ladezeit hat ebenso unmittelbare Auswirkungen darauf, ob Besucher überhaupt einen Kauf tätigen. Eine schlechte Ladezeit hat einen negativen Effekt auf das Image des Unternehmens, da diese sehr unseriös wirkt. Eine Marke leidet allgemein unter einer verzögerten Ladezeit und das, obwohl Produkte, Leistungen oder das Team wahrscheinlich sehr professionell aufgestellt sind.

Wir sehen also, dass das Thema Website Ladezeit in Summe sehr wichtig ist und die Besucher sehr sensibel auf dieses reagieren. Beobachten Sie das Surfverhalten bei Ihnen selbst: Sie werden merken, dass auch Sie nicht die Geduld haben, ewig auf Inhalte zu warten. 

Die Ladezeit der Website ist einerseits für den Erfolg mit den Kunden und andererseits für die Suchmaschinenoptimierung ausschlaggebend. Als offizieller Rankingfaktor bewertet Google, wie schnell eine Seite geladen wird und entscheidet unter anderem anhand dessen, an welcher Position diese gefunden wird.

Aus diesem Grund gehen wir im Folgenden darauf ein, wie man die Ladezeit der Website verbessern kann und welche Faktoren Einfluss darauf nehmen.

Faktoren für eine gute Ladezeit

1. Gesamtgröße der Website

Klar ist, dass die Gesamtgröße einer Inhaltsseite beeinflusst, wie schnell sie geladen wird. Vor allem Bilder und Videos wirken sich stark auf die Größe aus. Websites mit vielen großen Bildern prädestinieren sich quasi für eine schlechtere Ladezeit. Dies muss allerdings kein klares „Todesurteil“ für Ihre Website sein. Achten Sie darauf, möglichst wenige, aber hochqualitative Fotos zu nutzen und komprimieren Sie diese stets auf die kleinstmögliche Größe. In Summe bedeutet dieser Tipp einen großen Unterschied für Ihre Ladezeit.

Guter Tipp: Mithilfe des Tools „tinypng.com“ können Sie Ihre Bilder auf die kleinstmögliche Größe komprimieren und somit für eine schnellere Ladezeit sorgen.

Zusätzlich ist es wichtig, immer nur jenes Bildformat zu verwenden, das tatsächlich auch auf der Website angezeigt wird. Oftmals werden Bilder mit über 1 MB genutzt, die aber nur klein auf der Website angezeigt werden.

2. Sauberer Code

Diesen zugegeben etwas technischeren Punkt möchten wir kurz im Überblick erklären. Gemeint ist, dass die Seitenstruktur und die Elemente des HTML-Codes nicht unnötig verschachtelt aufgebaut werden sollten. Umso größer der HTML Code, desto länger benötigt die Website schließlich zum Laden.

Der Entwickler sorgt für einen sauberen Aufbau der Seite und achtet darauf, dass keine unnötigen Elemente verwendet werden.

3. Einbindung externer Medien oder Skripte

Mit der Einbindung externer Medien oder Skripte sollten Sie möglichst sparsam umgehen. Diese umfassen z. B. YouTube Videos, Google Maps, Facebook und Instagram Widgets. Dadurch müssen externe Ressourcen geladen werden, welche die Ladezeit wiederum negativ beeinflussen.

Achten Sie wieder darauf, nur jene Einbindungen zu nutzen, die wirklich notwendig sind. Eine Google Map eignet sich gut für die Kontaktseite, muss aber nicht auf jeder Inhaltsseite im Footer extra geladen werden.

4. Theme

Bei CMS-Systemen, wie beispielsweise WordPress haben Sie die Möglichkeit aus vorgefertigten Themes zu wählen. Diese sind praktisch und überzeugen oftmals durch ein ansprechendes Design. Jedoch sollten Sie nicht nur auf die Optik achten, sondern auch auf die Performance des Themes. Die Programmierung beeinflusst sehr stark, wie schnell Ihre Website geladen wird.

Außerdem laden WordPress Themes oftmals enorm viele Skripte, die gar keine Bedeutung für Ihre Website haben. Auch wenn Sie nur einen Bruchteil des vorgefertigten Themes nutzen, wird der Rest dennoch geladen. Bei einigen Themes können Skripte unkompliziert entfernt werden, bei anderen leider nicht.

Im besten Fall entwickeln Sie Ihr Theme selbst bzw. lassen ein Theme vom Entwickler programmieren.

„10 Schritte für eine erfolgreiche Website.“

• Wie nutzen Sie vorhandene Daten?
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5. Cashing

Bei modernen Websites werden längst keine fertigen HTML-Seiten mehr geladen. Stattdessen werden sämtliche Inhalte in einer Datenbank gespeichert, Bilder in einem Ordner abgelegt und externe Medien separat abgerufen.

Wenn ein User eine Website aufruft, wird der Server benachrichtigt, jene Inhalte, Bilder, Skripte etc. auszuspielen, die genau für die Seite benötigt werden. Dieser baut die Seite also Stück für Stück auf und liefert sie an den Website-Besucher aus. Je mehr Elemente der Server zusammenstückeln muss, desto länger dauert der Prozess.

Das sogenannte Cashing ist eine Lösung, um diesen Vorgang zu verkürzen. Hier geht es nicht um das lokale Cashing, welches auf dem Gerät passiert, sondern das Cashing auf Seiten des Servers.

Die Website kann alle Inhaltsseiten bereits vorbereiten und dem User bei Bedarf ausspielen. Um die Website Ladezeit zu verbessern, ist es sinnvoll diese Möglichkeit zu nutzen, da die Website nicht erst alles live zusammenstellen muss.

6. Hosting

Das Hosting ist ein häufig unterschätztes Thema, dem Website-Betreiber keine allzu große Bedeutung zuschreiben. Viele sind der Meinung, dass Hosting gleich Hosting ist und wählen ein günstiges Shared Hosting für ihre Website.

Doch wenn man darüber nachdenkt, ist ein Webserver im Grund auch „nur ein Computer“, auf dem die Website mit vielen anderen gespeichert ist und Ressourcen geteilt werden – und Computer ist schließlich auch nicht gleich Computer.

Dementsprechend finden sich beim günstigen Hosting viele Websites auf einem Server. Auch bei der Hardware wird deutliches Verbesserungspotenzial zu spüren sein. Wählen Sie das Hosting also mit Bedacht.

7. Content Delivery Network

Geht man davon aus, dass die Website auf einem Server gespeichert ist, z.B. Österreich und in Deutschland aufgerufen wird, ist der „Weg“ relativ kurz. Anders sieht dies bei einem Website-Besucher aus Amerika aus, wo der Weg für die Daten doch länger ist.

Bei einem Content Delivery Network werden viele verschiedene Server weltweit genutzt. Überall finden sich sozusagen Kopien Ihrer Website. Je nachdem, von welchem Standort aus der Weg zum User am kürzesten ist, wird die Website schließlich dort abgerufen.

Besonders für ein internationales Publikum, wenn Sie in vielen Ländern aktiv sind, ist diese Möglichkeit sehr attraktiv. Für regionale Anbieter spielt dieser Zusatz daher keine große Rolle. Jedoch kann bei hohen Zugriffszahlen und beim Thema Sicherheit das CDN ebenfalls eine wertvolle Unterstützung sein.

Website Ladezeit messen

Als letzten wichtigen Punkt schauen wir uns an, wie man die Website Ladezeit messen kann. Anhand der Website Zalando zeigen wir Ihnen im nächsten Schritt interessante Tools.

Page Speed Insights (Google)

Die Page Speed Insights von Google sind eine erste Möglichkeit, um die Website Ladezeit und somit Performance zu prüfen. Das Tool kann man sowohl für die mobile als auch für die Desktop Version einer Website nutzen.

Im ersten Schritt erhält man eine Punktezahl, welche die Website hinsichtlich der Ladezeit bewerten soll. Nun ist es auf den ersten Blick verwunderlich, warum ein erfolgreicher Webshop, wie Zalando einen schlechten Score in der mobilen Version aufweist.

Prinzipiell zeigt das Tool nachfolgend Verbesserungsvorschläge. Jedoch ist es kaum möglich in beiden Kategorien einen Score von 100 zu bekommen. Zalando ist beispielsweise ein Online Shop, der in nahezu allen Aspekten sehr gut performt. Dennoch gibt es laut Page Speed Insights jede Menge utopisches Verbesserungspotenzial.

Als erster Richtwert ist der Score von Google in Ordnung. Allerdings sollte man dieses Ergebnis nicht zu kritisch sehen, da es sehr wohl andere Tools gibt, die sinnvollere und genauere Aussagen über die Ladezeit Ihrer Website machen.

GTmetrix

Ein Tool, das wir in vielerlei Hinsicht empfehlen können, ist GTmetrix. Sie erhalten wesentlich mehr Input, wie Sie Ihre Website bzw. Ihren Online Shop optimieren können.

Geben Sie die gewünschte URL sowie den Standort ein, von dem sie abgerufen werden soll. In der gratis Version ist der nächste Standort London, UK für  Österreich oder Deutschland. Melden Sie hierfür einen unbezahlten Account an, um den Standort auswählen zu können.

Folglich erhalten Sie einen Wert von A bis F, wie im amerikanischen Schulnotensystem und einige Messwerte.

Beim weiteren Scrollen zeigen sich relevante Seitendetails, die man sich genauer anschauen sollte.

Folgende Punkte sind hier ausschlaggebend für die Ladezeit:

  • Website Größe (Richtwert für die Startseite: 1-5 MB)
  • Total Page Requests (wieviele Dateien müssen aufgerufen werden)

Unter dem Punkt „Performance“ erhalten Sie weitere Messwerte mit passender Erklärung und der Info, was ein guter Richtwert wäre.

  • First Contentful Paint: Wie schnell werden erste Inhalte geladen?
  • Speed Index: Wie schnell werden die Inhalte Ihrer Seite sichtbar?
  • Largest Contentful Paint: Wie lange dauert es, bis das größte Element des Inhalts sichtbar wird (z.B. Headerbild)?
  • Time to Interactive: Wie lange dauert es, bis man mit der Seite interagieren kann?
  • Total Blocking Time: Wie viel Zeit wird durch Skripte w hrend des Ladevorgangs Ihrer Seite blockiert?
  • Cumulative Layout Shift: Wie oft verschiebt sich das Layout der Seite beim Laden?

Unter dem Punkt „Structure“ kann man sich weiteren Input für die Optimierung holen. Besonders wichtig ist der Punkt „Waterfall“, wo man all jene Inhalte sieht, die geladen werden. Angenommen eine Website zeigt viele Bilder mit hoher Dateigröße, so kann man diese unter dem Punkt „Images“ nach Größe sortieren.

Als weiteren Punkt können Sie die Ladezeit Ihrer Seite unter dem Punkt „Video“ als Video erstellen lassen. Dieses Test-Szenario zeigt Ihnen, wie Ihre Seite tatsächlich lädt.

Schlussendlich gibt es noch die Möglichkeit, die Auswertung als PDF herunterzuladen.

Pingdom

tools.pingdom.com ist ein sehr simples Tool, mit dem Sie Ihre Website-Ladezeit prüfen können. Wie auch bei GTmetrix ist es wichtig, den richtigen Standort auszuwählen. In diesem Fall wählen Sie Frankfurt, Deutschland.

In einer ersten Übersicht erhalten Sie…

  • Performance Grade
  • Page Size
  • Loading Time
  • Requests

Folglich schlägt Ihnen das Tool Maßnahmen vor, um die Website Ladezeit zu verbessern. Diese gilt es natürlich zu hinterfragen, jedoch eignen sie sich als erster Anhaltspunkt, um Optimierungen durchzuführen.

Die simple, reduzierte Ansicht gibt einen guten Überblick und ist vor allem für Einsteiger sehr angenehm zu nutzen.

Webpage-Test

Last but not least: webpagetest.org eignet sich für etwas fortgeschrittene Website-Betreiber. Vor allem aus dem Grund, da die Daten nicht sehr user-freundlich dargestellt werden und man sich erst zurechtfinden muss.

In der obersten Leiste erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Messwerte mit einer Bewertung von A bis F. Etwas rudimentärer dargestellt werden die weiteren Performance Ergebnisse in Zahlen. Bei vielen Aspekten kann man in weiteren Ansichten durchaus näher ins Detail gehen.

Praxisbeispiel: Optimierung der Website Ladezeit

Um schließlich darauf einzugehen, wie man die Ladezeit einer Website konkret analysieren und verbessern kann, ziehen wir in diesem Schritt ein Praxisbeispiel heran.

Auf GTmetrix geben wir die Website prokopp.co.at ein und bekommen wie auch beim Beispiel Zalando eine erste grobe Bewertung. Es fällt auf, dass sämtliche Messwerte in roter Farbe gekennzeichnet sind und auch der GTmetrix Grade mit F sehr schlecht bewertet wird.

Wir erfahren weiters, dass die Gesamtgröße der Startseite 8.86 MB beträgt, was ein sehr hoher Wert ist. Davon verfallen über 7 MB auf Bilder. Die Total Page Requests sind mit 341 auch eindeutig zu viel. Grund ist, dass das WordPress Theme sehr viele JavaScripts lädt, die gar nicht notwendig sind.

Eine erste Empfehlung wäre es, die Größe der Startseite sowie Skripte zu reduzieren. Um sich genauer anzusehen, welche Bilder problematisch sind, klicken wir auf den Punkt „Waterfall“ und sortieren sämtliche Bilder absteigend nach Größe.

Die ersten drei Bilder werden allesamt mit über 1 MB angezeigt, was definitiv zu groß ist. Es handelt sich hierbei um Slider, die nicht komprimiert wurden. Hier kann man auf jeden Fall mit tinypng.com für eine starke Verbesserung sorgen.

Durch das Komprimieren des Slider-Bildes mit tinypng kann die Größe auf unter 0.5 MB reduziert werden. In Summe bedeutet das eine Reduktion der Startseite-Größe um vermutlich bis zu 5 MB. Dieser Tipp alleine wird die Website Ladezeit erheblich verbessern, ohne dabei Abstriche in der Qualität der Bilder machen zu müssen.

Fazit

Mit diesem Artikel haben Sie einen guten ersten Überblick bekommen, wie Sie die Website hinsichtlich der Ladezeit optimieren können. Wenn Sie unsere Tipps beachten, werden Sie eine starke Verbesserung des Suchmaschinenrankings beobachten können und in Zukunft viele neue Kunden gewinnen. Vergessen Sie nicht, dass für eine gute Suchmaschinenoptimierung stets viele Räder ineinandergreifen. Ein konstanter Verbesserungsprozess garantiert den Website-Erfolg!

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