Website Relaunch: In 10 Schritten ohne Ranking-Verlust

Verfasst von: Clemens Graf

Lesezeit: ca. 35 min

Erfolgreicher Relaunch - steigende Sichtbarkeit

Inhaltsverzeichnis

Keypoints des Inhalts

  • Ein Website Relaunch ist kein reines Design-Projekt – über Erfolg oder Rückschlag entscheidet das Technische unter der Oberfläche.
  • Das größte Risiko ist der Verlust von Rankings und Sichtbarkeit. Er entsteht fast immer durch vermeidbare Fehler wie fehlende Weiterleitungen oder eine versehentlich für Google gesperrte Seite.
  • Die SEO-Absicherung (301-Weiterleitungen per Redirect-Mapping) und ein funktionierendes Tracking sind die zwei Punkte, die Laien am häufigsten unterschätzen.
  • Der wichtigste Check nach dem Go-Live: Ist die Seite überhaupt indexierbar? Ein vergessener „noindex“-Haken kann die komplette Sichtbarkeit kosten.
  • Mit sauberer Vorbereitung wird ein Relaunch zur Chance: Die Website wird nicht nur schöner, sondern auch sichtbarer.
  • Dieser Leitfaden führt in 10 Schritten durch den gesamten Prozess – inklusive Go-Live-Checkliste zum Download.

Die meisten unterschätzen einen Website Relaunch, weil sie ihn für ein Design-Projekt halten. Dabei entscheidet sich unter der neuen Oberfläche etwas viel Wichtigeres: ob Ihre Website hinterher besser funktioniert – oder ob sie Rankings, Sichtbarkeit und damit Anfragen verliert.

Dass Seiten nach einem Relaunch massiv an Sichtbarkeit einbüßen, ist kein Einzelfall, sondern ein bekanntes Muster. Der Grund ist fast immer derselbe: Es wurde an das Design gedacht, aber nicht an Weiterleitungen, Struktur und Tracking. Wer das von Anfang an mitplant, verliert nichts – und gewinnt oft sogar an Sichtbarkeit.

Dieser Leitfaden führt Sie in 10 Schritten durch den gesamten Relaunch: von der Bestandsaufnahme über Design, Technik und SEO-Absicherung bis zum Go-Live und darüber hinaus. Inklusive der Stellen, an denen die meisten Fehler passieren – und einer ehrlichen Einschätzung, was Sie selbst übernehmen können und wo sich Unterstützung lohnt.

Was ist ein Website Relaunch – und was nicht?

Bevor es losgeht, lohnt sich eine klare Abgrenzung – denn „Relaunch“ wird oft für sehr unterschiedliche Dinge verwendet, und was Sie tatsächlich vorhaben, entscheidet über Aufwand, Risiko und Vorgehen.

Die drei Stufen im Überblick

Kleine Überarbeitung
Sie tauschen Texte, Bilder oder einzelne Elemente aus. Struktur, Technik und Design bleiben. Geringes Risiko, überschaubarer Aufwand.

Redesign
Sie geben der Seite einen neuen Look – neue Farben, Schriften, Gestaltung – aber Struktur, URLs und Technik im Hintergrund bleiben weitgehend gleich. Es geht ums Aussehen.

Relaunch
Der große Wurf. Sie erneuern nicht nur das Design, sondern auch das, was darunter liegt: Struktur, URLs, Technik, oft das ganze Content-Management-System. Die Website wird im Kern neu aufgebaut.

Der entscheidende Unterschied liegt unter der Oberfläche. Ein Redesign ist wie ein neuer Anstrich – die Räume bleiben, wo sie sind.

Ein Relaunch ist ein Umzug: Sie nehmen mit, was gut ist, sortieren aus, was Sie nicht mehr brauchen, und richten alles neu ein. Und genau wie bei einem Umzug kann dabei etwas verloren gehen, wenn man nicht aufpasst.

Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Je tiefer der Eingriff, desto größer die Wirkung – und das Risiko. Ein Redesign berührt Ihre Sichtbarkeit bei Google kaum. Ein echter Relaunch dagegen greift genau die Dinge an, an denen Rankings hängen: URLs, Seitenstruktur, Inhalte. Wer sich vorher klarmacht, in welcher Liga er spielt, plant den Aufwand richtig ein und weiß, worauf er besonders achten muss.

In diesem Leitfaden geht es um den echten Relaunch – den mit dem größten Nutzen und dem größten Risiko.

Kurz gemerkt

Redesign = neues Aussehen, gleiche Basis. Relaunch = neues Aussehen und neue Basis. Je tiefer der Eingriff, desto sorgfältiger muss die SEO-Absicherung sein (dazu später mehr).

Wann ein Relaunch sinnvoll ist – und wann nicht?

Ein Relaunch ist Aufwand, Kosten und Risiko. Deshalb lohnt sich vorab die ehrliche Frage: Brauchen Sie ihn wirklich? Denn nicht jede Website muss neu gebaut werden – manchmal reicht eine gezielte Überarbeitung, und ein überflüssiger Relaunch schadet mehr, als er nützt.

Diese Anzeichen sprechen für einen Relaunch

Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, ist ein Relaunch berechtigt:

  • Die Seite sieht auf dem Smartphone schlecht aus oder ist dort schwer zu bedienen.
  • Sie lädt langsam, und Besucher springen ab, bevor überhaupt etwas zu sehen ist.
  • Es kommen Besucher, aber kaum Anfragen oder Verkäufe.
  • Die Technik ist veraltet – Updates sind umständlich oder ein Sicherheitsrisiko.
  • Das Design wirkt aus der Zeit gefallen und passt nicht mehr zu Ihrem heutigen Unternehmen.
  • Die Struktur ist über die Jahre gewachsen und unübersichtlich geworden.
  • Ein SEO-Audit zeigt viele Probleme, die tief in der Struktur oder Technik verwurzelt sind – nicht nur einzelne, oberflächliche Fehler.

Wenn Flickwerk teurer wird als der Neubau

Ein besonderer Fall verdient eigene Erwähnung: Manchmal zeigt eine genauere Analyse – etwa ein SEO-Audit – dass die Website nicht nur ein paar Baustellen hat, sondern grundlegende Probleme, die tief in der Struktur, der URL-Logik oder der Technik sitzen. Wenn man solche Fehler einzeln nachbessert, öffnet man oft an anderer Stelle das nächste Problem – und der Aufwand summiert sich, ohne dass die Seite je richtig rund läuft. In diesen Fällen ist es sinnvoller, mit einem Relaunch eine saubere Basis zu schaffen, statt endlos an einem brüchigen Fundament zu reparieren. Ein guter Ausgangspunkt für diese Entscheidung ist eine ehrliche Bestandsaufnahme – idealerweise mit einem professionellen SEO-Audit, das die Tiefe der Probleme sichtbar macht.

Schlechtes SEO-Audit-Ergebnis

Beispiel: Ein SEO-Audit offenbarte erhebliche technische und strukturelle Defizite. Der geschätzte Aufwand für eine umfassende Optimierung der bestehenden Website überstieg dabei die Kosten eines Relaunches deutlich. Daher fiel die Entscheidung zugunsten einer vollständigen Neuentwicklung. Nach dem Relaunch verzeichnete der Kunde einen deutlichen Sichtbarkeitsgewinn und konnte unmittelbar neue Anfragen generieren. Diese zusätzlichen Leads leisteten einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung und zum Fortbestehen des Unternehmens.

Wann ein Relaunch nicht die richtige Antwort ist

Genauso wichtig ist die Kehrseite. Läuft Ihre Website im Kern gut – solide Technik, gute Platzierungen bei Google, funktionierende Struktur – dann ist ein kompletter Neustart oft der falsche Weg. Wer eine funktionierende Seite ohne Not komplett neu baut, riskiert genau die Rankings und die Sichtbarkeit, die er sich über Jahre aufgebaut hat. In solchen Fällen bringt eine gezielte Verbesserung einzelner Schwachstellen mehr als der große Wurf – mit einem Bruchteil des Risikos.

Ein Relaunch ist kein Selbstzweck. Er soll ein konkretes Problem lösen. Wenn Sie nicht benennen können, was die neue Seite besser machen soll, ist das ein Zeichen, noch einmal innezuhalten.

Praxis-Tipp

Schreiben Sie in zwei, drei Sätzen auf, was an Ihrer aktuellen Website konkret stört und was der Relaunch lösen soll. Fällt Ihnen wenig ein, brauchen Sie vielleicht keinen Relaunch, sondern nur ein paar gezielte Verbesserungen. Fällt Ihnen viel ein, haben Sie schon die Grundlage für die Zieldefinition (Schritt 2).

Warum ein Website Relaunch unterschätzt wird – die versteckten Risiken

Jetzt zum wichtigsten Teil, bevor es an die Umsetzung geht. Denn der häufigste Fehler passiert nicht während des Relaunchs, sondern im Kopf: die Annahme, es gehe im Wesentlichen ums neue Design. Wer so denkt, übersieht genau die Dinge, an denen ein Relaunch scheitert.

Der Klassiker: Sichtbarkeitsverlust über Nacht

Das größte Risiko ist der Verlust von Rankings und Sichtbarkeit. Eine Website, die über Jahre gute Platzierungen bei Google aufgebaut hat, kann diese mit einem einzigen unbedachten Relaunch verlieren – und mit den Rankings verschwinden die Besucher und die Anfragen.

Aus unserer Praxis: Immer wieder kommen Unternehmen zu uns, deren Sichtbarkeit nach einem Relaunch eingebrochen ist – „die Agentur hat doch alles neu gemacht“. Bei der Analyse zeigt sich dann oft eine einzige, banale Ursache. In einem Fall war schlicht die komplette neue Website auf „nicht indexierbar“ gestellt geblieben – ein Schalter, der während der Entwicklung sinnvoll ist, beim Go-Live aber vergessen wurde. Google hatte die Seite daraufhin komplett aus dem Index genommen. Technisch war alles „fertig“ – und trotzdem unsichtbar.

Kompletter Sichtbarkeitsverlust nach Relaunch durch andere Agentur

Beispiel: Ein realer, misslungener Relaunch: Nach dem Neuaufbau durch eine Agentur brach die Google-Sichtbarkeit ein und fiel fast auf null. Der Kunde kam danach zu uns – wir haben die Fehler behoben und die Seite sauber neu aufgebaut. Ein Relaunch ohne saubere technische Grundlage kostet genau das, was hier abstürzt. Nachfolgend das Ergebnis des Relaunch.

Gerettete Sichtbarkeit nach erfolgreichem Relaunch durch INCONCEPTS

Was dabei konkret schiefgehen kann

Die typischen Stolperfallen liegen fast alle unter der Oberfläche:

  • Verlorene Weiterleitungen: Alte URLs führen ins Leere, statt auf die neuen Seiten zu zeigen – Rankings und Besucher landen auf Fehlerseiten.
  • Nicht indexierbare Seiten: Die neue Website bleibt versehentlich für Google gesperrt (siehe oben).
  • Verlorene Inhalte: Texte, die gut rankten, fallen beim Neuaufbau weg oder werden verkürzt.
  • Kaputtes Tracking: Nach dem Relaunch misst niemand mehr, was passiert – gerade dann, wenn man es am dringendsten bräuchte.
  • Geänderte Struktur ohne Plan: URLs und Seitenhierarchie werden umgebaut, ohne die Folgen für die Auffindbarkeit zu bedenken.

All das braucht außerdem Zeit und klare Zuständigkeiten – ein Relaunch ist ein Projekt, kein Nebenbei-Job. Die gute Nachricht aber bleibt: Diese Risiken sind allesamt vermeidbar. Man muss sie nur kennen und von Anfang an mitdenken – und genau dafür sind die folgenden Schritte da.

Praxis-Tipp

Sichern Sie vor dem Relaunch Ihren Ist-Zustand – ein Screenshot Ihrer wichtigsten Rankings und Besucherzahlen (z. B. aus der Google Search Console) als Vorher-Vergleich. Noch besser ist ein Tool, das Ihren Sichtbarkeitsindex laufend erfasst (etwa SISTRIX oder SE Ranking): Werfen Sie nach dem Go-Live regelmäßig einen Blick darauf, dann erkennen Sie einen Einbruch in Tagen statt Monaten. Und falls es tatsächlich passiert, hilft Ihnen unsere Soforthilfe-Checkliste am Ende dieses Beitrags.

Schritt 1: Bestandsaufnahme – sichern, was funktioniert

Bevor die erste neue Seite gebaut wird, kommt der wichtigste vorbereitende Schritt: festhalten, was Sie bereits haben. Ein Relaunch ist ein Umzug – und bevor Sie umziehen, müssen Sie wissen, was in der alten Wohnung steht und was davon unbedingt mit soll. Wer diesen Schritt überspringt, wirft womöglich genau das weg, was jahrelang für Sichtbarkeit und Anfragen gesorgt hat.ndern im Kopf: die Annahme, es gehe im Wesentlichen ums neue Design. Wer so denkt, übersieht genau die Dinge, an denen ein Relaunch scheitert.

Was Sie erfassen sollten – und woher Sie die Daten bekommen

  • Ihre besten Seiten: Welche Seiten bringen den meisten Traffic und die meisten Anfragen? → Google Analytics (Seitenaufrufe, Conversions) und die Google Search Console (Klicks, Impressionen pro Seite).

  • Ihre wichtigsten Keywords: Für welche Suchbegriffe werden Sie gut gefunden? → Google Search Console (Bereich „Leistung“ → Suchanfragen).
  • Ihre bestehenden URLs: Eine vollständige Liste aller aktuellen Seitenadressen – Grundlage für die spätere Weiterleitungsplanung (Schritt 6). → aus Ihrer XML-Sitemap (meist unter ihre-domain.at/sitemap.xml) oder per Crawl-Tool wie dem Screaming Frog SEO Spider.
  • Ihre stärksten Inhalte: Welche Texte und Ratgeber ranken gut und sollten erhalten bleiben? → ergibt sich aus den Top-Seiten und Top-Keywords oben.
  • Ihre Backlinks: Welche Websites verlinken auf Sie, und auf welche Seiten? → Google Search Console (Bereich „Links“) für den Basis-Überblick; vollständiger mit SEO-Tools wie Ahref.
Bestandsaufnahme

Beispiel: So sieht eine Bestandsaufnahme konkret aus. In einer Tabelle laufen die wichtigsten Kennzahlen pro Seite zusammen – links die Analytics-Daten (organischer Traffic, Absprungrate, Aufenthaltsdauer, Conversions), rechts die Search-Console-Daten (Klicks, Impressionen, durchschnittliche Position). Die Farben zeigen auf einen Blick, welche Seiten stark ranken (grün) und welche schwächer. So wird sofort sichtbar, welche Seiten den Umzug unbedingt heil überstehen müssen.

Falls Sie noch keine Google Search Console eingerichtet haben, fehlt Ihnen die wichtigste eigene Datenquelle. In dem Fall empfehlen wir, ein SEO-Tool wie SISTRIX oder Xovi zu buchen – so haben Sie zumindest eine Datengrundlage zu Rankings und Sichtbarkeit, auf der sich der Relaunch aufbauen lässt. Die Search Console nachzurüsten lohnt sich ohnehin: Sie ist kostenlos und liefert die genauesten eigenen Zahlen.

Diese Inventur ist zugleich Ihr Maßstab: Nur wenn Sie den Ist-Zustand kennen, können Sie nach dem Relaunch überhaupt beurteilen, ob sich etwas verbessert hat – oder ob unterwegs etwas verloren ging.

Praxis-Tipp

Sie müssen sich nicht durch Tabellen quälen. Exportieren Sie Ihre Search-Console-Daten der letzten 12 Monate (als CSV) und geben Sie sie in ein KI-Tool wie ChatGPT ein – dann stellen Sie einfach die richtige Frage, etwa: „Welche Seiten hatten im Schnitt mindestens einen Klick pro Tag?“ (also 365+ Klicks im Jahr). So filtern Sie in Sekunden Ihre wirklich relevanten Seiten heraus; die Schwelle passen Sie je nach Größe und Nische Ihrer Website an. Diese Liste ist zugleich Ihr Vorher-Vergleich für die Zeit nach dem Go-Live. Nicht vergessen, dass Klicks nicht die einzige Metrik sind.

Ein Hinweis dazu: Achten Sie darauf, nur unkritische Kennzahlen (Seiten, Klicks, Impressionen) hochzuladen – keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten. Was einmal in einem öffentlichen KI-Tool landet, haben Sie nicht mehr in der Hand.

Schritt 2: Ziele festlegen – woran messen Sie den Erfolg?

Sie haben in Schritt 1 festgehalten, was Ihre Website heute leistet. Jetzt legen Sie fest, was der Relaunch besser machen soll – und zwar so, dass Sie es hinterher überprüfen können. Ohne diese Messlatte bleibt „die neue Seite ist besser“ ein Gefühl. Mit ihr wird es überprüfbar.

Von vagem Wunsch zu messbarem Ziel

„Die Seite soll moderner werden“ ist kein Ziel, sondern ein Wunsch – daran lässt sich später nichts festmachen. Machen Sie daraus etwas Konkretes:

  • Statt „mehr Besucher“ → „mehr organische Besucher als vor dem Relaunch, spätestens sechs Monate nach dem Go-Live“.
  • Statt „mehr Anfragen“ → „mehr Kontaktanfragen pro Monat über das Formular“.
  • Statt „bessere Sichtbarkeit“ → „die Rankings der wichtigsten Keywords aus Schritt 1 halten oder verbessern“.
  • Statt „schneller“ → „Ladezeit spürbar unter dem alten Wert“.
  • „Besucher bleiben länger und sehen sich mehr an“ → messbar an Aufenthaltsdauer und Seiten pro Besuch.

Nicht alles lässt sich in einer Zahl messen

Nicht jeder Erfolg lässt sich in einer einzigen Zahl ausdrücken. Ein Relaunch, der Ihre Zielgruppe besser anspricht, zeigt sich oft in der Qualität statt nur der Menge: Die Anfragen passen besser zu dem, was Sie anbieten, Interessenten sind vorinformierter, Gespräche starten auf einem anderen Niveau. Das merken Sie im Vertrieb, bevor es in einer Statistik steht – und es ist oft der wertvollste Effekt eines guten Relaunchs. Halten Sie solche Ziele ruhig fest, auch wenn sie sich nur beobachten und nicht exakt messen lassen.

Praxis-Tipp

Halten Sie Ihre zwei bis drei Ziele mit dem jeweiligen Ausgangswert schriftlich fest – zum Beispiel „aktuell 40 Anfragen/Monat → Ziel: 50″. Diese eine Notiz ist später Ihr Maßstab beim Überwachen (Schritt 9) und verhindert, dass der Erfolg des Relaunchs zur Gefühlssache wird.

Schritt 3: Inhalte und Struktur planen

Jetzt kommt der Schritt, der über die Qualität des Relaunchs entscheidet – und der am häufigsten übersprungen wird. Bevor Design und Technik ins Spiel kommen, legen Sie fest, welche Inhalte es künftig gibt und wie die Seiten zueinander stehen. Wer direkt ins Design springt, baut hübsche Seiten auf einem unklaren Fundament.

Bleibt, geht oder kommt neu?

Nehmen Sie Ihre Bestandsaufnahme aus Schritt 1 zur Hand und treffen Sie für jede Seite eine von drei Entscheidungen:

  • Bleibt: Die Seite funktioniert (Traffic, Rankings, Anfragen) und wird übernommen – inhaltlich möglichst erhalten, nicht gekürzt.
  • Geht: Veraltet, doppelt oder ohne Wirkung. Fällt weg – aber mit Weiterleitungsplan (Schritt 6).
  • Kommt neu: Inhalte, die bisher fehlen, aber gebraucht werden. Eine gute Quelle dafür sind die echten Fragen Ihrer Kunden – mehr dazu in unserem Beitrag zu den [Tipps für erfolgreiche KMU-Websites].

Dieser Dreischritt verhindert den häufigsten Fehler: dass gut funktionierende Inhalte beim Neuaufbau untergehen.

Die neue Struktur sichtbar machen

Wie die Seiten zueinander stehen – was Hauptmenüpunkt ist, was Unterseite, wie tief verschachtelt – planen Sie am besten visuell. Eine Sitemap (eine Baum-Darstellung Ihrer Seitenstruktur) zeigt auf einen Blick, ob die Struktur logisch und flach genug ist. Achten Sie dabei gleich auf klare, sprechende URLs – sie sind später die Grundlage für die Weiterleitungen (Schritt 6).

sitemap visualisierung - inconcepts marketing media gmbh

Dafür gibt es kostenlose Werkzeuge wie Octopus.do: Dort importieren Sie Ihre bestehende Website als Ausgangspunkt und bauen die neue Struktur per Drag-and-drop daneben auf. Das Ergebnis exportieren Sie als Bild oder PDF – ideal, um es im Team oder mit Ihrer Agentur abzustimmen, bevor eine einzige Seite gebaut wird.

Praxis-Tipp

Halten Sie die Struktur flach – idealerweise erreicht man jede wichtige Seite in zwei bis drei Klicks von der Startseite. Tief verschachtelte Seiten werden von Besuchern seltener gefunden und von Google schlechter erfasst. Nutzen Sie Tools, die Ihnen die Visualisierung ermöglichen.

Schritt 4: Design und Entwurf – vom Wireframe zum fertigen Look

Erst jetzt, wenn Inhalte und Struktur stehen, kommt das Design. Diese Reihenfolge ist kein Zufall: Ein Design, das auf einer durchdachten Struktur aufbaut, funktioniert – eines, das vorher entsteht, muss sich später verbiegen, damit die Inhalte hineinpassen.

Erst Grobskizze, dann Feinschliff

Springen Sie nicht direkt zum fertigen Design. Der bewährte Weg führt über zwei Stufen:

  • Wireframe (Grobskizze): ein schlichtes Layout ohne Farben und Bilder, das nur zeigt, was wo hinkommt – Anordnung von Inhalten, Buttons, Navigation. Hier klärt sich die Funktion, bevor es um Optik geht.
  • Design (Feinschliff): Erst auf dieser Basis kommen Farben, Schriften, Bilder und der finale Look dazu.
Simples Wireframe für ein Projekt

Beispiel: So sieht ein Wireframe aus – hier die Startseite eines Autohauses. Bewusst schlicht, ohne Farben und echte Bilder: Es geht nur darum, was wo hinkommt. Man erkennt sofort den Aufbau – Nutzenversprechen und Handlungsaufforderung im oberen Bereich, darunter Fahrzeugsuche, Top-Angebote und Serviceleistungen. Genau auf dieser Ebene klärt sich, ob eine Seite den Besucher sinnvoll führt – lange bevor über Farben und Schriften gesprochen wird.

Änderungen an einer Grobskizze sind in Minuten gemacht – Änderungen an einem fertigen Design kosten Stunden. Wer die Reihenfolge einhält, spart Zeit und Nerven.

Worauf es bei einem Design ankommt, das nicht nur gut aussieht, sondern verkauft, lesen Sie in unserem Beitrag zu den [Tipps für erfolgreiche KMU-Websites].

Praxis-Tipp

Erstellen Sie eine Skizze pro Seitentyp – eine für die Startseite, eine für typische Unterseiten, eine für Blogbeiträge – und achten Sie darauf, dass sie ineinandergreifen und den Besucher gezielt zum nächsten Schritt führen. Testen Sie den Entwurf dann an echten Menschen: zwei bis drei eigene Mitarbeiter und zusätzlich zwei bis drei Personen von außerhalb (Freunde, Bekannte), die die Firma nicht kennen. Fragen Sie beide Gruppen schlicht: „Wie würdest du dich hier zurechtfinden?“ Gerade die firmenfremden Personen sehen die Seite wie echte Neukunden – ihr Blick ist Gold wert. Das lässt sich schon am Wireframe machen und später noch einmal am fertigen Design.

Schritt 5: Technisch sauber umsetzen

Jetzt wird gebaut. Die technische Umsetzung ist das Herzstück des Relaunchs – und der Punkt, an dem sich entscheidet, ob die neue Seite später schnell, sicher und für Google erfassbar ist.

Die Grundlagen, die sitzen müssen

Unabhängig vom System sollte die neue Seite von Anfang an:

  • schnell laden – Bilder komprimiert, Technik sauber, keine unnötigen Skripte,
  • auf allen Geräten funktionieren – am Smartphone genauso wie am Desktop,
  • sicher sein – SSL, aktuelle Software, Backups,
  • technisch für Google erfassbar sein – saubere Struktur, sinnvolle Seitentitel, keine Fehlerseiten

Das sind keine „Kür“-Punkte, die man später nachrüstet, sondern die Basis. Wer sie von Beginn an mitbaut, spart sich teures Nachbessern.

In Abschnitten bauen – und laufend prüfen

Bauen Sie die neue Website nicht komplett fertig, um dann am Ende alles auf einmal zu testen. Teilen Sie das Projekt in Abschnitte und prüfen Sie nach jedem fertigen Template oder größeren Baustein die Grundlagen: Gibt es Fehlerseiten? Stimmt die Ladezeit noch? Sieht alles am Smartphone und am Tablet richtig aus?

Besonders beim Mobil-Test lohnt sich diese Disziplin: Prüfen Sie jedes Element gleich beim Einbauen auf dem Handy und Tablet, nicht erst am Schluss. So kann nichts „durchrutschen“, das nie auf einem kleinen Bildschirm getestet wurde – und Sie finden Fehler, solange sie noch schnell und günstig zu beheben sind. Wer alles bis zum Ende aufschiebt, sucht am Go-Live-Tag unter Zeitdruck nach Problemen, die längst hätten auffallen können.

projektplanung sprint relaunch - inconcepts marketing media gmbh

Beispiel: So sieht die Aufteilung in Abschnitte konkret aus – hier als Projektplan mit einzelnen Sprints. Jedes Template (A, B, C) wird als eigener Abschnitt gebaut und geprüft, bevor es weitergeht; Inhalte und ein eigener Block für „Go Live & Testing“ folgen am Ende. So bleibt der Relaunch überschaubar, und nach jedem Sprint lässt sich kontrollieren, ob die Grundlagen noch stimmen – statt am Schluss alles auf einmal testen zu müssen.

Praxis-Tipp

Führen Sie eine kurze Prüf-Routine ein, die Sie nach jedem fertigen Abschnitt durchgehen: Fehlerseiten checken, Ladezeit testen (z. B. mit PageSpeed Insights), Darstellung auf Handy und Tablet kontrollieren. Fünf Minuten pro Abschnitt ersparen Ihnen stundenlange Fehlersuche kurz vor dem Go-Live.

Schritt 6: SEO-Absicherung – Weiterleitungen und Rankings schützen

Das ist der wichtigste Schritt des ganzen Leitfadens. Hier entscheidet sich, ob Ihre Website die über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit behält – oder ob sie den Absturz erlebt, den wir am Anfang gesehen haben. Und es ist der Schritt, den Laien am häufigsten unterschätzen, weil er unsichtbar ist.

Das Grundprinzip: Jede wichtige alte Adresse braucht ein neues Ziel

Bei einem Relaunch ändern sich fast immer URLs. Google hat sich die alten Adressen aber gemerkt und schickt Besucher dorthin, andere Websites verlinken darauf. Führt eine alte Adresse plötzlich ins Leere, landen Besucher und Google auf einer Fehlerseite – und das Ranking dieser Seite ist verloren.

Die Lösung ist eine 301-Weiterleitung: eine dauerhafte Umleitung von einer alten Adresse auf ihr neues Gegenstück. Sie sagt Google: „Diese Seite ist umgezogen, der Wert gehört jetzt hierher.“ Richtig gemacht, wandert das Ranking mit um.

Das Werkzeug: das Redirect-Mapping

In der Praxis planen Sie das mit einem Redirect-Mapping: einer Tabelle (Excel oder Google Sheet), links die alten URLs, rechts die neuen Ziele. Sie gehen Ihre URL-Liste aus Schritt 1 durch und tragen für jede Adresse ein, wohin sie führt – so ist sofort sichtbar, dass nichts vergessen wurde.

Dabei folgen Sie dem Plan aus Schritt 3, welche Inhalte bleiben und welche gehen:

Entscheidung Weiterleitung
Seite bleibt unter neuer Adresse 301-Weiterleitung auf die neue URL
Seite fällt weg, hat aber ein passendes Gegenstück bzw. wurde zusammengeführt 301-Weiterleitung auf die thematisch nächste Seite
Seite fällt weg, ohne sinnvolles Gegenstück nicht künstlich umleiten (etwa pauschal auf die Startseite), sondern Google mitteilen, dass es die Seite nicht mehr gibt. Das ist sauberer, als Besucher auf eine unpassende Seite zu schicken

Für die technische Umsetzung gibt es je nach System eigene Werkzeuge und Automatismen – das Grundprinzip bleibt dieselbe Tabelle: alt links, neu rechts.

Redirect Mapping Beispiel

Beispiel aus der Praxis: So sieht ein Redirect-Mapping konkret aus. Für jede alte Adresse (links) ist das neue Ziel (rechts) festgelegt, dazu der Weiterleitungstyp (301) und die Art der Seite. Diese Tabelle ist gleichzeitig Planungsdokument, Umsetzungsvorlage für die Technik und Prüfliste nach dem Go-Live – ein Beispiel aus einem unserer eigenen Relaunch-Projekte.

Praxis-Tipp

Prüfen Sie nach dem Go-Live, ob Ihre alten URLs sauber weiterleiten. Am gründlichsten geht das mit dem Screaming Frog SEO Spider: Im Listen-Modus spielen Sie die gespeicherten alten URLs aus Ihrem Redirect-Mapping ein und sehen auf einen Blick für alle Adressen, ob sie korrekt weiterleiten oder ins Leere laufen. So prüfen Sie hunderte URLs in Minuten – statt sie einzeln im Browser aufzurufen. Das empfehlen wir für jeden Relaunch.

Schritt 7: KI-Sichtbarkeit – damit auch ChatGPT & Co. Ihre Marke richtig erfassen

Ein Aspekt, den bei einem Relaunch praktisch niemand auf dem Schirm hat – und der immer wichtiger wird. Menschen suchen längst nicht mehr nur über Google. Immer öfter fragen sie ChatGPT, Perplexity oder die KI-Antworten direkt in der Google-Suche nach Empfehlungen. Und diese Systeme bauen ihr Bild Ihres Unternehmens aus dem, was auf Ihrer Website steht.

Bei einem Relaunch ist das Chance und Risiko zugleich: Sie bauen Ihre Inhalte gerade neu auf – also entscheiden Sie in diesem Moment mit, wie eine KI Ihr Unternehmen künftig versteht und wiedergibt.

Worauf es dabei ankommt

Die gute Nachricht: Vieles davon haben Sie mit den vorherigen Schritten schon vorbereitet. Was einer KI hilft, Ihre Marke korrekt zu erfassen, ist im Kern das, was auch Menschen und Google hilft:

Klare, vollständige Inhalte: Fragen, die Ihre Kunden stellen, sollten auf der Seite verständlich beantwortet werden – nicht nur angedeutet.

Saubere Struktur: Eine logische Gliederung mit aussagekräftigen Überschriften macht Inhalte für Mensch und Maschine erfassbar.

Eindeutige Aussagen zu Ihrem Angebot: Was Sie anbieten, für wen und wo – klar benannt, nicht zwischen den Zeilen.

Wer beim Relaunch Inhalte verkürzt oder unklar formuliert, riskiert, dass eine KI das Unternehmen falsch oder gar nicht wiedergibt – so wie bei einem veralteten Auftritt.

Praxis-Tipp

Sie müssen nicht warten, bis die Seite fertig oder bei den KI-Systemen bekannt ist. Nehmen Sie einfach die URL einer einzelnen Seite (oder den fertigen Text) und geben Sie sie einer KI wie ChatGPT mit der Frage: „Worum geht es auf dieser Seite, für wen ist sie gedacht und was wird hier angeboten?“ Die Antwort zeigt Ihnen sofort, ob die KI den Inhalt so versteht, wie Sie ihn gemeint haben. So prüfen Sie Seite für Seite das Verständnis – und erkennen genau dort Lücken, wo die KI ins Straucheln gerät oder etwas Falsches herausliest.

Schritt 8: Tracking und Conversions neu aufsetzen bzw. Testen

Ein Punkt, den fast alle vergessen – und der Sie nach dem Relaunch blind macht. Ihr Tracking hängt an URLs, Buttons und Formularen. Ändern die sich beim Relaunch, misst danach oft niemand mehr, was passiert: Die Analytics-Einbindung fehlt, Conversion-Ziele zeigen ins Leere, Events triggern nicht mehr. Das Tückische: Nach außen funktioniert alles – die Seite lädt, Formulare lassen sich abschicken, nur gezählt wird nichts.

Deshalb gehört das Tracking genauso auf die Liste wie die Weiterleitungen: Analytics wieder einbauen, Conversion-Ziele und Events an die neuen Seiten anpassen – und testen, ob alles zählt. Denn die Ziele aus Schritt 2 lassen sich nur belegen, wenn von Anfang an sauber gemessen wird.

debugview google analytics - inconcepts marketing media gmbh

Beispiel aus der Praxis: So sieht die Kontrolle im DebugView von Google Analytics 4 aus. Während man selbst durch die Seite klickt, laufen die ausgelösten Ereignisse in Echtzeit ein – Standard-Events wie page_view und scroll, aber auch das eigene Conversion-Event (hier grün: der Klick auf den Telefon-Link). Genau so prüft man nach dem Relaunch, ob die wichtigen Aktionen wirklich gezählt werden – oder stumm bleiben.

Praxis-Tipp

Prüfen Sie Ihre Events direkt nach dem Go-Live im DebugView von Google Analytics 4. Dort sehen Sie in Echtzeit, welche Ereignisse ausgelöst werden, während Sie selbst durch die Seite klicken – schicken Sie testweise eine Anfrage ab und beobachten Sie, ob sie als Conversion ankommt. So finden Sie stumme Events sofort, statt den Datenausfall erst Wochen später zu bemerken.

Schritt 9: Go-Live – die Checkliste für den Tag der Umstellung

Jetzt geht die neue Website live – der kritischste Moment des ganzen Projekts. Damit nichts übersehen wird, hier eine kompakte Checkliste, aufgeteilt in zwei Blöcke. Der erste ist der, der über Ranking-Erhalt oder Sichtbarkeitsverlust entscheidet – die relaunch-typischen Fallen. Der zweite ist die allgemeine Qualitätsprüfung. Das ist die abgespeckte Version dessen, was wir bei jedem Relaunch selbst durchgehen.

  • Indexierbarkeit prüfen – der wichtigste Punkt überhaupt: Ist die Seite für Google freigegeben? Bei WordPress unter Einstellungen → Lesen sicherstellen, dass „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ nicht aktiviert ist. Dieser eine vergessene Haken hat schon ganze Websites unsichtbar gemacht. Screaming Frog kann hier auch helfen, um sicherzustellen, ob die Seite crawlbar / indexierbar ist.
  • Weiterleitungen testen: Führen die alten URLs auf die richtigen neuen Seiten? (Am besten gesammelt mit Screaming Frog, siehe Schritt 6.)
  • Title & Meta-Description übernommen: Gut rankende Seiten dürfen ihre Seitentitel nicht verlieren – fehlen oder ändern sie sich unbedacht, brechen Rankings ein.
  • Alt-Texte der Bilder übernommen: Bildbeschreibungen von der alten Seite mitnehmen (oder gleich ergänzen, wo sie fehlen).
  • Keine kaputten Links: Nach dem Content-Umzug prüfen, dass interne und externe Links nicht ins Leere (404) führen.
  • HTTPS/SSL: Lädt wirklich alles verschlüsselt, ohne „nicht sicher“-Hinweis im Browser?
    Tracking läuft: Analytics misst, Conversions werden gezählt (siehe Schritt 8).

Wichtig für den professionellen Eindruck, aber nicht ranking-kritisch:

  • Inhalte vollständig: kein Platzhalter-Text („Lorem ipsum“), keine leeren Seiten, keine fehlenden Bilder.
  • Kontaktdaten stimmen: Telefon, E-Mail, Adresse in Footer, Kontaktseite und Impressum.
  • Rechtliches vorhanden: befülltes Impressum und Datenschutzseite, von jeder Seite verlinkt; Cookie-Hinweis, falls Tracking im Einsatz ist.
  • Handy und Tablet: Darstellung, Menü und Buttons auf kleinen Bildschirmen testen.
  • Formular-Test: eine echte Testanfrage abschicken – kommt sie an, erscheint die Danke-Meldung?
  • Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen (wird meist automatisch vom SEO-Plugin erzeugt).
  • Sichtbarkeit und Rankings beobachten (dazu mehr in Schritt 10).
Preview von Checkliste für Relaunch.

Praxis-Tipp

Arbeiten Sie alle Blöcke in genau dieser Reihenfolge ab. Aus Erfahrung würden wir Ihnen empfehlen, die Liste mind. zwei Mal mit etwas zeitlichem Abstand durchzugehen.

Schritt 10 – Überwachen & GGf. nachbessern

Der Relaunch ist live – aber er ist nicht fertig. Die ersten Wochen nach dem Go-Live entscheiden mit darüber, ob am Ende alles glattläuft. Jetzt zahlt sich aus, dass Sie in Schritt 1 den Ist-Zustand gesichert und in Schritt 2 Ziele festgelegt haben: Sie haben etwas, womit Sie vergleichen können.

Was Sie in den ersten Wochen beobachten

  • Sichtbarkeit und Rankings: Bleiben Ihre wichtigsten Keywords stabil? Ein kleiner, kurzfristiger Rückgang direkt nach dem Relaunch ist normal – Google muss die neue Seite erst neu erfassen. Ein anhaltender oder starker Einbruch ist ein Warnsignal.

  • Besucherzahlen: Kommen etwa so viele Besucher wie vorher? Ein plötzlicher Absturz deutet auf ein technisches Problem hin.

  • Anfragen und Conversions: Laufen Formulare und Anrufe wie erwartet? Hier zeigt sich, ob Ihr Tracking aus Schritt 8 sauber misst.

  • Fehlerseiten: Tauchen 404-Fehler auf? Die Google Search Console meldet, welche URLs ins Leere laufen – oft ein Zeichen für vergessene Weiterleitungen.

Nachbessern gehört dazu

Kleinere Probleme nach einem Relaunch können passieren, kein Grund zur Panik. Wichtig ist, sie früh zu erkennen und zu beheben, statt zu warten. Genau dafür ist das Beobachten da: Ein vergessenes Redirect, ein Tracking-Fehler oder eine übersehene Seite lassen sich in den ersten Tagen leicht korrigieren – Wochen später sind sie deutlich teurer.

Soforthilfe: Was tun bei plötzlichem Sichtbarkeitseinbruch?

Wenn Ihre Sichtbarkeit nach dem Relaunch stark und anhaltend abfällt, arbeiten Sie diese Punkte in dieser Reihenfolge ab – die häufigsten Ursachen zuerst:

Sind Titel und Inhalte erhalten geblieben?inconcepts marketing GmbH2026-08-20T07:11:39+02:00

Wenn gut rankende Seiten ihre Seitentitel oder große Teile ihres Textes verloren haben, sinken die Rankings.

Gibt es Weiterleitungs-Schleifen?inconcepts marketing GmbH2026-08-20T07:11:16+02:00

Ein häufiger technischer Fehler: Wenn eine Weiterleitung für ein ganzes Verzeichnis eine andere für eine Unterseite überschreibt, kann eine Endlosschleife entstehen, und die Seite wird unerreichbar. Hier lohnt der Blick eines Profis.

Funktionieren die Weiterleitungen?inconcepts marketing GmbH2026-08-20T07:10:25+02:00

Führen die alten URLs wirklich auf die neuen Seiten – oder ins Leere? Rufen Sie Ihre wichtigsten alten Adressen auf.

Werden einzelne wichtige Seiten indexiert?inconcepts marketing GmbH2026-08-20T07:09:07+02:00

Prüfen Sie in der Google Search Console (oder per Suche nach site:ihre-domain.at), ob Ihre Top-Seiten tatsächlich im Index sind.

Ist die Seite überhaupt indexierbar?inconcepts marketing GmbH2026-08-20T07:08:30+02:00

Der häufigste Grund. Prüfen Sie, ob der „noindex“-Schalter noch aktiv ist (bei WordPress unter Einstellungen → Lesen) und ob die robots.txt die Seite nicht blockiert. Ein einziger Haken kann die komplette Website aus Google werfen.

Finden Sie die Ursache nicht oder bleibt der Einbruch bestehen, holen Sie sich Unterstützung – je schneller, desto weniger Sichtbarkeit geht verloren.

Praxis-Tipp

Richten Sie sich für die ersten vier Wochen eine feste Routine ein: einmal pro Woche kurz Search Console, Analytics und Ihre Sichtbarkeitskurve prüfen. Fünfzehn Minuten wöchentlich reichen, um ein Problem zu erkennen, solange es noch klein und leicht zu beheben ist.

Selber machen oder Agentur beauftragen?

Eehrliche Antwort auf die Frage, die sich am Anfang stellt: Selbst machen oder Profis ranlassen? Ein Relaunch ist machbar in Eigenregie. Aber Sie haben in diesem Leitfaden gesehen, wie viele Fachgebiete dabei zusammenkommen – und dass die teuersten Fehler genau die sind, die man als Laie nicht kommen sieht.

Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der Entscheidung:

Aspekt Selbst machen Mit Agentur
Nötiges Wissen Webdesign, Technik, Weiterleitungen, SEO, Tracking-Setup, KI-Sichtbarkeit – mehrere Fachgebiete gleichzeitig Gebündelt vorhanden, ein Ansprechpartner für alles
Zeitaufwand Hoch – plus Einarbeitung in jedes einzelne Thema Kalkulierbar, läuft parallel zum Tagesgeschäft
Tools Analyse-, Crawl- und Monitoring-Tools müssen selbst beschafft und bedient werden Im Leistungsumfang enthalten
Risiko Sichtbarkeitsverlust Hoch, wenn Weiterleitungen, Indexierung oder Tracking unterschätzt werden Durch Erfahrung und feste Prüfroutinen minimiert
Tracking & Conversions Muss selbst neu aufgesetzt und getestet werden (GA4, Events, Conversions) Wird sauber migriert und geprüft
Wenn etwas schiefgeht Fehlersuche unter Zeitdruck, oft ohne zu wissen, wo man ansetzt Ursache wird schnell erkannt und behoben
Ergebnis Funktioniert – wenn wirklich alles bedacht wurde Planbar, abgesichert und messbar

Die Tabelle sagt es ehrlich: „Selbst machen“ steht nirgends für „geht nicht“ – es geht. Die Frage ist, ob Sie die Zeit, das Wissen und die Werkzeuge für jedes dieser Felder mitbringen oder sich aneignen möchten. Für viele Unternehmen ist der Relaunch genau der Moment, in dem sich professionelle Unterstützung rechnet: nicht, weil man es allein nicht könnte, sondern weil hier besonders viel auf dem Spiel steht – die über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit.

Fazit: Ein Relaunch ist eine Chance – wenn man ihn ernst nimmt

Ein Website Relaunch ist mehr als ein neues Design. Er ist die Gelegenheit, Ihre Website schneller, klarer und wirksamer zu machen – und zugleich das Risiko, über Nacht Sichtbarkeit zu verlieren, die Sie sich über Jahre erarbeitet haben. Was den Unterschied macht, ist nicht Glück, sondern Vorbereitung.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Leitfaden: Das Sichtbare – Design und Inhalte – ist nur die halbe Miete. Über Erfolg oder Rückschlag entscheidet das Unsichtbare darunter: saubere Weiterleitungen, erhaltene Rankings, funktionierendes Tracking, eine Seite, die für Google und KI-Systeme erfassbar bleibt. Wer diese Dinge von Anfang an mitdenkt, macht aus einem riskanten Neustart einen echten Fortschritt.

Website-Relaunches von der Bestandsaufnahme bis zum sicheren Go-Live – und sorgen mit der passenden SEO-Betreuung dafür, dass aus Ihrer neuen Website auch messbar mehr Anfragen werden.

Sie sind unsicher, ob Ihre Website einen Relaunch braucht – oder ob eine gezielte Optimierung reicht? Dann treten Sie mit INCONCPETS in Kontakt.

*“ zeigt erforderliche Felder an

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Erhalten Sie wertvolle Marketing Tipps & Know-How

Mit unserem E-Mail Newsletter schicken wir Ihnen kostenlos nützliche Artikel & Infos rund um das Thema Werbung & Marketing.

Veröffentlicht am 20. August 2026

, aktualisiert am 21. August 2026

Vorstellung: Clemens Graf

Clemens Graf ist Gründer & CEO der Werbeagentur inconcepts marketing Gmbh. Seit vielen Jahren ist er ebenfalls intensiv im Bereich online Marketing und Brand Building unterwegs und berät mit seinem Know-How sowohl nationale als auch internationale Unternehmen, um die Potenziale der digitalen Medien vollständig zu nutzen.

Dazu passende Beiträge

Go to Top